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Was ist Onlinebetrug?

Beim Onlinebetrug, auch E-Commerce-Betrug genannt, kauft jemand unter Angabe gestohlener oder falscher Informationen im Internet ein.

Ein Mann füllt ein Onlineformular auf einem Tablet aus

Die verschiedenen Arten von Onlinebetrug

Im Onlinehandel gibt es viele Betrugsarten. Besonders häufig treten aber diese vier auf:

Betrug durch Kontoübernahme (ATO):

ATO-Angriffe treten auf, wenn betrügerische Akteure mithilfe von gestohlenen Identitäten, Bot-Angriffen, Phishing, Malware und anderen Tools Benutzeranmeldeinformationen erhalten und die Kontrolle über ein E-Commerce-Konto erlangen. Mit Zugriff auf das Konto kann der Kriminelle Geld überweisen, Einkäufe tätigen, das Konto ändern oder sogar die anderen Konten des Opfers angreifen. Spitzen bei Anmeldungen, Sperren und Änderungen an Kontoprofilen können auf potenzielle ATO-Angriffe hindeuten.

Missbrauch von Kreditkartendaten

Diese Art von Betrug wird oft als „friendly fraud“, also freundlicher Betrug, bezeichnet. Obwohl er meist nicht in böser Absicht geschieht, hat er doch finanzielle Auswirkungen auf die Händler. Bei dieser Betrugsart tätigt ein Karteninhaber oder eines seiner Familienmitglieder, wie zum Beispiel ein Kind, einen Einkauf im Internet. Der Karteninhaber vergisst dann entweder, dass er etwas eingekauft hat, oder er weiß nichts von dem Kauf durch das Familienmitglied und meldet ihn seiner Bank als Betrug, was dann zu einer Rückbuchung führt.

Betrug beim Ausprobieren von Kreditkarten

Bei dieser häufigen Form des Kreditkartenbetrugs nutzen böswillige Akteure, die gestohlene Kreditkartenkontonummern erlangt haben, häufig Skripte oder Bots, mit denen schnell mehrere Online-Einkäufe getätigt werden, um zu überprüfen, ob die Konten noch gültig sind, und um die damit verbundenen Kreditlimits zu ermitteln. Bevor die normalerweise kleinen Testkäufe erkannt werden, tätigen die Kriminellen mehrere große Käufe; normalerweise bis an die Grenze des verfügbaren Guthabens der Konten.

Betrug durch Dritte

Diese Art des Betrugs wird auch als Missbrauch durch Dritte bezeichnet und ist eine der häufigsten Arten von Onlinebetrug. Hierbei gelangen Kriminelle an gestohlene Zahlungsinformationen wie zum Beispiel Kreditkartennummern und nutzen diese für Onlinekäufe. Wenn der eigentliche Karteninhaber den nicht genehmigten Kauf bemerkt, meldet er dies der Bank, was zu einer Rückbuchung an die Bank zulasten des Onlinehändlers führt.

Diese Betrugsfälle können mit der richtigen Betrugspräventionslösung erheblich verringert werden. Mit Lösungen, die moderne KI-Technologien nutzen und von einem großen Datennetzwerk lernen, lassen sich Onlineeinkäufe überprüfen und Muster erkennen, die Aufschluss darüber geben, ob es sich um betrügerische oder legale Aktivitäten handelt.

Derartige Lösungen funktionieren folgendermaßen: Wird ein Onlinekauf getätigt, werden mehrere Aspekte der Transaktion untersucht, darunter wer den Kauf tätigt, welches Gerät verwendet wird, was gekauft wird und welche Karte verwendet wird. Erkennt das System dann verdächtige Muster, werden Sie informiert, dass der Kauf als möglicher Kreditkartenbetrug eingestuft wird. Daraufhin können Sie die Transaktion blockieren.

Die negativen Folgen von Onlinebetrug

Betrug im Onlinehandel bedeutet für Ihr Unternehmen mehr als nur Umsatzverluste. Sie müssen auch mit Imageschäden und dem Vertrauensverlust Ihrer Kunden rechnen.

Jede dieser negativen Folgen, ob finanzielle Verluste, Schäden am Unternehmensruf oder weniger Vertrauen seitens der Kundschaft, gefährdet den Fortbestand Ihres Unternehmens langfristig. Dem Risiko von Onlinebetrug sind alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, ausgesetzt.

Anzeichen dafür, dass Ihr Unternehmen einem erhöhten Onlinebetrugsrisiko ausgesetzt ist

Die Vernachlässigung bestimmter Maßnahmen setzt Unternehmen einem höheren Betrugsrisiko aus. Beispielsweise müssen Unternehmen die Quelle des Datenverkehrs auf ihrer Website überwachen, Verkäufe und Rückbuchungen nachverfolgen, Beschwerden von Kunden hinsichtlich Betrug nachgehen und die Kaufmuster bestehender Kunden auf Veränderungen kontrollieren. Ohne diese penible Überwachung werden Unternehmen und ihre Kunden eher Opfer von Kriminellen.

Ferner müssen Unternehmen stets über aktuelle Betrugstrends informiert sein und sollten zusammen mit Partnern und Dienstleistern Strategien für den Umgang mit aufkeimenden Bedrohungen erarbeiten.

Mögliche Fragen:

  • Kennen Sie die Quelle bestimmter Betrugsarten?

  • Welche Arten von Betrug sind typisch für Ihre Branche?

  • Welche Strategie verfolgen Sie zur Minderung und Verringerung von Verlusten?

  • Was bedarf es noch, um die Erkennung und Prävention von Betrug bei Ihnen zu verbessern?

  • Wenn Sie Änderungen vornehmen, um Ihren Kunden das Einkaufen leichter zu machen, wird es dann auch für potenzielle Betrüger leichter?

Ihre Rolle bei der Prävention von Onlinebetrug

Jeder in Ihrem Unternehmen ist dafür verantwortlich, Onlinebetrug aufzudecken und zu verhindern. Mitarbeiter müssen ständig abwägen, ob eine Änderung, die sie vornehmen, um den Kunden das Einkaufen zu erleichtern, es nicht auch möglichen Betrügern leichter macht. Ein typisches Beispiel ist die Einführung der Möglichkeit, online zu bestellen und die Ware dann im Geschäft abzuholen.

Um den Diebstahl von Anmeldeinformationen zu verhindern, mit denen dann Konten gekapert werden, sollten Sicherheitsupdates für Unternehmenswebsite und Anwendungen direkt bei Verfügbarkeit heruntergeladen und installiert werden. Richten Sie das so ein, dass es automatisch auf allen Geräten erfolgt, denn nur so ist das Unternehmen immer geschützt.

Schulen Sie zudem Ihre Mitarbeiter darin, Beschwerden von Kunden ernstzunehmen und auf verdächtige Anzeichen eines möglichen Betrugs zu achten. Die Beobachtung von Kundentrends ist eines der aussagekräftigsten und zuverlässigsten Warnzeichen.

Und zuallerletzt: Tauschen Sie sich regelmäßig mit Kollegen aus der Branche, Partnern und Dienstleistern über Trends beim Betrug und deren derzeitige Strategien aus, informieren Sie sich stets über das, was in Ihrer Branche vor sich geht, und halten Sie darüber auch Ihre Mitarbeiter auf dem Laufenden.

Bewertung von Technologielösungen gegen Betrug

Sie wissen sicherlich, wie wichtig die Betrugsprävention für Ihren Onlineshop ist. Aber wo fängt man am besten an?

Beantworten Sie zuerst folgende Fragen: Welchen Bedrohungen ist Ihr Unternehmen ausgesetzt? Mit welchen Tools mindern Sie derzeit betrügerische Aktivitäten? Können diese Tools das Unternehmen vor den derzeitigen, aber auch vor neuen Bedrohungen schützen?

Suchen Sie dann nach einer umfassenden Betrugsschutzlösung, die mithilfe maschinellen Lernens neue Bedrohungen bereits erkennt, wenn diese noch in der Entstehung begriffen sind.

Wenn Sie eine Lösung zur Betrugsverhinderung begutachten, achten Sie auch auf folgende Aspekte:

Kaufschutz

Die Lösung schützt Ihre Umsätze, indem sie die Akzeptanzquoten der Banken erhöht und Probleme beim Bezahlvorgang minimiert, die ansonsten dazu führen, dass Kunden den Einkauf abbrechen.

Kontoschutz

Die Lösung verhindert den Zugriff auf Konten zu Betrugszwecken, die Erstellung falscher Konten und die Übernahme von Konten.

Verlustprävention

Die Lösung verhindert Betrugsfälle, indem möglicher Betrug bei Retouren und Preisnachlässen im Zusammenhang mit Käufen in allen Kanälen schnell erkannt wird.

Fünf hilfreiche Fragen, die Sie bei der Bewertung einer möglichen Betrugsschutzlösung stellen könnten:

  • Nutzt die Lösung maschinelles Lernen zur Erkennung verdächtiger Aktivitäten?

  • Kann sie Wissen über das individuelle Verhalten von Kunden ansammeln?

  • Nutzt die Lösung Algorithmen maschinellen Lernens, um auf verdächtige Transaktionen hinzuweisen?

  • Kann sich die Lösung eigenständig weiterentwickeln und ihr Wissen erweitern, wenn sich die Aktivitäten von Kunden verändern?

  • Nutzt die Lösung anstelle einer regelbasierten Herangehensweise Algorithmen maschinellen Lernens, um Transaktionen in Echtzeit auszuwerten?

Erste Schritte bei der Betrugsprävention

Entscheiden Sie sich für eine eigenständige Betrugsschutzlösung, die sich in Ihre anderen Einzelhandelstechnologien einbinden lässt und Ihren Kunden ein positives Einkaufserlebnis ermöglicht. So können Sie Ihre Umsätze und Ihren guten Ruf schützen.

Microsoft Dynamics 365 Fraud Protection unterstützt Onlinehändler dabei, Transaktionen genau zu untersuchen, das Betrugspotenzial einzuschätzen und ihr Unternehmen mit anpassbaren Regeln zu schützen, mit denen Empfehlungen zur Entscheidung über Onlinetransaktionen eingeholt werden.



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